Förderung junger Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Behinderungen in Österreich

OeJAB_Friedeslauf_INTEGRAL_SportWem wird geholfen?
In Österreich gibt es viele Jugendliche und junge Erwachsene, die es nicht so leicht haben wie andere, ihr Leben in den Griff zu bekommen und einen Beruf zu finden, der sie ernährt.

Beispielsweise sind dies Jugendliche mit körperlichen und geistigen Behinderungen - etwa RollstuhlfahrerInnen, (fast) Blinde, Gehörlose etc. Genauso gilt dies jedoch auch für Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen im weiteren Sinn: Diese Jugendlichen kommen oft aus völlig desolaten Familienverhältnissen. Ihre Schul¬pflicht haben sie zum Teil oder gänzlich in Sonderschulen oder Integrationsklassen absolviert. Sie sind vielleicht Legastheniker oder Stotterer bzw. sind sprachgehemmt. Sie haben Kontaktstörungen zu anderen Menschen, sie schaffen keinen geregelten Tagesablauf, oder sie haben starke Konzentrationsschwächen.

In unserer leistungsorientierten Gesellschaft gibt es nicht viele Arbeitgeber, die solchen jungen Menschen eine Chance auf ein selbständiges Leben geben wollen.

Wie wird geholfen?
Das Berufspädagogische Institut - Institut für Berufsbildung (kurz BPI) der ÖJAB führt seit 1997 mit großem Erfolg berufsvorbereitende Maßnahmen und integrative Kurse auch für junge Menschen mit Behinderungen in Wien und Niederösterreich durch. Das Ziel dabei ist, diese jungen Menschen mit abgeschlossener Schulpflicht gezielt und individuell so zu unterstützen, dass sie dauerhaft zu einer selbständigen Lebensführung kommen und durch eine Berufsausübung finanziell unabhängig werden. Dies gelang in den letzten 14 Jahren bei mehr als der Hälfte aller KursteilnehmerInnen. Möglich ist dies durch besondere Zuwendung und finanziell unterstützende PartnerInnen sowie Spenden.

Das Projekt INTEGRAL ist eines jener BPI Projekte, in dem junge Menschen von 15 bis 24 Jahren mit körperlichen, geistigen, sozial-emotionalen und psychischen Besonderheiten seit 2001 betreut werden. Kursinhalte sind die Verbesserung der Basisbildung (Sinn erfassendes lesen, schreiben, rechnen), Kommunikationstraining (arbeiten im Team, aber auch zuhören), Persönlichkeits- und Motivationstraining, Förderung sozialer Kompetenzen (Steuerung des Agressionsverhaltens, Meinungen anderer Personen zur Kenntnis nehmen), Grundsätze der Gesundheitserziehung, Berufsorientierung und auch lebenspraktisches Training. Bewerbungstraining und Schnupperpraktika begleitet von sozialpädagogischer Betreuung in der Gruppe und im Einzelchoaching unterstützen die Suche nach geeigneten Lehrstellen, einem Job oder weiterführender Ausbildung.

Berufsbildungslehrgänge des BPI bieten Jugendlichen nach abgeschlossener Pflichtschule einen besonders begleiteten Berufseinstieg über Teilqualifikation oder verlängerte Lehrzeit in einem individuell angepassten Lehrberuf. Neben der praxisnahen beruflichen Ausbildung wird besonderer Wert gelegt auf die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen, den Einstieg in die angewandte EDV und in die Fremdsprache Englisch. Umfassende menschliche und sozialpsychologische Begleitung und ehrenamtlich organisierte Gemeinschaftsaktivitäten wie Ausflüge, Sport oder Besuche bei Partnerorganisationen in benachbarten Ländern komplettieren das Angebot.

Auch in den Studierenden- und Jugendwohnheimen der ÖJAB werden Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen und Behinderungen integriert. Dafür gibt es - für körperliche Beeinträchtigungen - speziell adaptierte Wohnplätze. Solidarische Hilfe in Notsituationen ist dabei selbstverständlich im ÖJAB-Wohnheim, und das tägliche Begegnen und gemeinsame Freizeitaktivitäten sind eine Bereicherung für alle Seiten.

Hintergrundinformation: Wer ist die ÖJAB?
Die ÖJAB (Österreichische JungArbeiterBewegung) ist eine parteipolitisch und konfessionell unabhängige, Ge¬nerationen verbindende Jugendorganisation und eine der größten Heimträgerorganisationen Österreichs. Als vielfältig sozial engagierter, ge¬meinnütziger Verein betreibt die ÖJAB 25 Wohnheime in Österreich für über 4.300 Studierende, SchülerIn¬nen, Lehrlinge, junge Arbeit¬nehmerInnen, SeniorInnen und Flüchtlinge. Gegründet wurde die ÖJAB 1946 von Dr. Bruno Buchwieser beim Wiederaufbau des kriegszerstörten Wiener Stephans¬doms gemeinsam mit jungen, am Dom beschäftigten Arbeitern. Die wichtigsten Grund¬sätze der ÖJAB sind, jungen Menschen Chancen zu geben, in Notsituationen schell und unbürokratisch zu helfen und dabei vor allem Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.
Mehr Informationen über die ÖJAB im Internet: www.oejab.at