Laura Gatner Hauslaura_gartner_haus
für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Seit mehr als zwanzig Jahren engagiert sich der Diakonie Flüchtlingsdienst für Schutzsuchende und Flüchtlinge. Ein wichtiger Bestandteil ist die Arbeit mit Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen. Das sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die ohne ihre Familie aus ihren Heimatländern vor Verfolgung, Krieg und Folter geflohen sind, oder auf der Flucht von ihren Eltern getrennt wurden. Die Einrichtungen des Diakonie Flüchtlingsdienstes, die im Bereich "Jugend" tätig sind, bieten unbegleiteten Kindern und Jugendlichen einen Ort, an dem sie ihre durch Trennung, Verlust und Flucht verlorene Unbeschwertheit wieder entdecken können. Einen Ort, an dem ihnen mit Wertschätzung und Respekt begegnet wird. Ein solcher Ort ist auch das Laura Gatner Haus in Hirtenberg.

Das Laura Gatner Haus wurde nach der Großmutter des verstorbenen Burgschauspieler Otto Tausig benannt. Laura Gatner starb als Opfer des NS Regimes 1942 in einem Konzentrationslager. Ein Teil ihres Vermögens konnte restituiert werden und wurde von Otto Tausig, der selbst als jugendlicher Flüchtling in England überlebte, der Diakonie zur Verfügung gestellt.

Das Laura Gatner Haus bietet etwa 40 Wohnplätze für männliche Jugendliche, darüber hinaus verfügt es über Wohnplätze in betreuten Wohngemeinschaften für volljährige Flüchtlinge, die eine Ausbildung absolvieren oder nach ihrer Entlassung aus der Jugendeinrichtung besonderen Betreuungsbedarf benötigen. 

Im Laura Gatner Haus wird großen Wert darauf gelegt, dass die Burschen eine schulische Ausbildung erhalten. An mehreren Tagen die Woche finden Deutsch- und Alphabetisierungskurse im Haus statt. Darüber hinaus besuchen die Jungs je nach Bildungsstand weiterführenden Deutschkurse oder Kurse für den Hauptschulabschluss. Die Schulpflichtigen besuchen die umliegenden Schulen.
Den teilweise erheblich traumatisierten Burschen steht eine Psychologin zur Verfügung. Weiters wird jedem ein/e BezugsbetreuerIn aus dem Team der SozialpädagogInnen und SozialarbeiterInnen, welches multiprofessionell und multikulturell zusammengesetzt ist, zur Seite gestellt. Diese erarbeiten mit den Jugendlichen Zukunftsperspektiven, sind Vertrauensperson und insbesondere zuständig für die alltäglichen Bedürfnisse und individuellen Probleme.

Ein weiterer Eckpfeiler unserer Arbeit ist die Kooperation mit PatInnen, die ehrenamtlich zu einzelnen Burschen eine familienähnliche Beziehung aufbauen und für diese eine große Hilfe darstellen.

Das äußerst knappe Freizeitbudget erlaubt den Burschen kaum Aktivitäten, die für einen durchschnittlichen Jugendlichen in Österreich zum Alltag zählen: Kino, Ausflüge oder ins Schwimmbad geht es nur sehr selten.
Die Friedenslauf-Spenden fließen daher in dieses Budget und finanzieren einen gemeinsamen Ausflug oder ein paar Ferientage irgendwo in Österreich. DANKE!

zum Laura Gatner Haus

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