Laura Gatner Haus
für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge
Das Laura Gatner-Haus trägt den Namen von Burgschauspieler Otto Tausig's Großmutter. Sie wurde ein Opfer der NS Zeit. Ein Teil ihres Vermögens konnte restituiert werden und wurde von Otto Tausig der Diakonie zur Verfügung gestellt. Er weiß aus eigener, schmerzlicher Erfahrung, was es heißt, als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling in einem fremden Land Asyl zu suchen.
Im Laura Gatner-Haus wird großer Wert darauf gelegt, dass möglichst viele der etwa 43 Burschen eine schulische Ausbildung erhalten. An 4 Tagen pro Woche finden Deutschkurse statt. Darüber hinaus besuchen sie je nach Bildungsstand Alphabetisierungskurse, weiterführende Deutschkurse oder Kurse für den Hauptschulabschluss. Die Schulpflichtigen besuchen die 4. Klasse der örtlichen Hauptschule, den Polytechnischen Lehrgang, einige sogar eine HAK oder HTL.
Den teilweise erheblich traumatisierten Burschen steht eine Psychologin im Haus zur Verfügung, weiters wird jedem ein/e BezugsbetreuerIn aus dem derzeit 13-köpfigen Team der SozialpädagogInnen und SozialarbeiterInnen (das multiprofessionell und multikulturell zusammengesetzt ist) zur Seite gestellt. Diese erarbeiten mit den Jugendlichen eine Zukunftsperspektive, sind Vertrauensperson und insbesondere zuständig für alle alltäglichen Bedürfnisse und individuellen Probleme sowie die Falldokumentation. Einige besonders traumatisierte Burschen erhalten auch Einzeltherapie.
Wichtig ist auch die Schaffung einer Tagesstruktur und das Angebot von Freizeitaktivitäten. Es werden individuell Mitgliedschaften insbesondere bei Sportvereinen vermittelt, aber auch gemeinsame Ausflüge, sportliche Aktionen, kreative Beschäftigungen und Spiele organisiert.
Ein weiterer Eckpfeiler unserer Arbeit ist die Kooperation mit PatInnen, die ehrenamtlich zu einzelnen Burschen eine familienähnliche Beziehung aufbauen und für diese eine große Hilfe darstellen. Wir hoffen künftig noch mehr PatInnen an unsere Bewohner vermitteln zu können.
Eine im Haus tätige Juristin arbeitet in enger Kooperation mit der Jugendabteilung der BH Baden und vertritt die Burschen insbesondere im Asylverfahren.
25 jungen Erwachsenen, die unser Haus für gewöhnlich nach dem 18. Geburtstag verlassen, und ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben, stehen Plätze in 5 Wohngemeinschaften zur Verfügung, die extensiv betreut werden.
Die gewidmeten Beiträge vom Friedenslauf sollen den Jugendlichen einen ca. einwöchigen Sommerurlaub in Österreich ermöglichen. Ein Gemeinschaftserlebnis, das ihnen wieder Kraft gibt, mit ihrer schwierigen Situation ein bisschen besser zurecht zu kommen. Und nebenbei hat es natürlich auch auf das Hausklima einen sehr positiven Einfluss.
Mag. Ulla Binder
Leiterin Laura Gatner-Haus